Where greed is winning, ethics  is losing - these are words, that can be  assigned to Kant, Hegel or one of the classical philosophers in the old days.  Niki Lauda often says many things in  subordinary clauses. A lot of people are not getting familiar with it. Or they do not want to notice the truth. Self-deception is the most silly type of fraud after all. The judgements of Lauda are, no matter being about Grand Prix Racing, aviation, business management or national economy,  crystal-clear, open-minded and absolutely independent. There is a very special form of inner freedom, he had conserved since the time of his youth. And that  had happened  despite  very early he had  been confronted with a lot of strong constraints coming from a big  bourgeois family. But also Gandhi once had said: Freedom often can be found behind prison walls. Who has grown up in the golden cage of bourgeoisie  learns very quickly how to cross the toughest borders. Often these things happen without causing a lot of attention for the people outside. Lauda often has put the mirror in front of the ugly face of bourgeois society and he had not always won when doing so. But the losses were only some rare battles. The complete wars he has been able to decide the way being a success for him - Clausewitz would have been very satisfied. Lauda is an intellectual and a  pragmatist in personal union. This synthesis of  two absolutely contrasting characters is the base first for his rise, then multiple survivals and , of course, for his professional success. Pathos and silly discussion like in a sociology seminar, these things  he does not like  very much.  He is not able to cope with the adoration of heroism. Because he is himself a hero of the post-industrial age. The world wide respected economic leader Lauda is working in an office of fifteen square metres at the Vienna airport and he is dressed like a unkempt layabout, if allowed to do so. Real greatness is, no doubt,  a question of character, of personality. You cannot learn charisma. You cannot get it by victories. And finally you cannot buy it.  Lauda is the only, really independent voice in a world, the big and powerful people have failed so terribly. His statements are tough and precise and that at a television broadcaster, that`s business principle is to reach the lowest level as possible.  There was the building up of a new airline, the switch from Boeings to Airbusses, two pretty contrasting philosophies, and that at an age, other pilots are slowly dreaming of retirement, is not so easy. There was another kidney transplantation, then the wedding with young air hostess Birgit. Early Niki  Lauda once had been involved in the nearer environment of Herbert von Karajan and Curd Jürgens. The actor once had performed the song: Sixty Years  of Age and not a Little Wise. Jürgens, originally the boy-friend of Lauda`s first wife Marlene, had played the roles of the Devil`s General  Ernst Udet and Wernher von Braun, the father of modern space travel technology - all of them, like Lauda, great figures in history. We need doers and risk takers, says Barack Obama. Lauda is a man of such a quality. He never has feared  these round birthday dates, not the 50th and also not the 60th. To be young and wise, too,  is very rare. But it is possible.

 

 

 

Wo die Gier siegt, bleibt die Ethik auf der Strecke - das sind Worte, die wir Kant, Hegel oder einem der klassischen Philosophen  der Antike zuordnen könnten. Niki Lauda sagt viele Dinge oft in einem Nebensatz. Manche Leute  können sich daran nicht gewöhnen. Oder sie wollen die Wahrheit einfach nicht hören. Immerhin ist Selbstbetrug die dümmste Form des Betruges. Die Analysen Laudas sind, gleichgültig ob es um Grand Prix Sport, Luftfahrt oder um Volks- oder Betriebswirtschaft geht, glasklar, offen und völlig unabhängig. Da ist eine ganz spezielle Form innerer Freiheit, die er sich seit seinen Jugendtagen immer bewahrt hat. Und dies, obwohl er, der aus einer grossbürgerlichen Familie stammt, schon ganz früh mit ganz starken Zwängen konfrontiert war. Aber sagte nicht schon Gandhi: Die Freiheit findet man oft hinter Gefängnismauern.  Wer im goldenen  Käfig der Bourgeoisie aufgewachsen ist, der lernt ganz schnell, auch die härtesten Grenzen zu überschreiten. Oft geschieht dies nach aussen hin völlig unbemerkt. Lauda hat der hässlichen Fratze der bürgerlichen Gesellschaft oft genug den Spiegel vorgehalten und gewiss dabei nicht immer gewonnen. Aber bei den Verlusten handelte es sich immer nur um einzelne Schlachten. Die Kriege als Ganzes hat er dann immer für sich entschieden - Clausewitz hätte seine Freude daran gehabt. Lauda ist Intellektueller und Pragmatiker in Personalunion. Diese Synthese zweier völlig widersprüchlicher Charaktere ist die Basis  erst seines  Aufstiegs, seines mehrfachen Überlebens und auch natürlich auch seines beruflichen Erfolgs. Pathos oder auch nur inhaltslose Schwafel-Diskussionen wie in einem Soziologie-Seminar, das hat er nie gemocht. Mit Heldenverehrung kann er nichts anfangen. Weil er eben ein Held des post-industriellen Zeitalters ist. Der weltweit anerkannte Wirtschaftsführer Lauda, schon als Multi-Millionär geboren, haust in einem fünfzehn Quadratmeter grossen Büro am Wiener Flughafen und läuft, wenn man ihn lässt, herum wie ein Chlochard. Wahre Grösse, keine Frage, ist eine Sache des Charakters, der Persönlichkeit. Charisma kann man nicht lernen. Nicht durch Siege erwerben. Und schon gar nicht kaufen. Lauda ist die einzige, wirklich unabhängige Stimme in einer Welt, in der viele der Grossen und Mächtigen so erbärmlich versagt  haben. Er formuliert hart und präzise und dies zumeist in einem Fernsehsender, der seit seiner Gründung  als Geschäftsprinzip auf die Einhaltung eines möglichst geringen Niveaus achtet. Da war der Aufbau einer neuen Fluglinie; der Umstieg von Boeing auf Airbus, zwei recht konträrer Philosophien, ist gar nicht so leicht und dies in einem Alter, an dem sich andere Piloten schon langsam vom Ruhestand zu träumen beginnen. Da war eine erneute Nierentransplantation, dann die Ehe mit der jungen Flugbegleiterin Birgit. Der junge Lauda zählte einst Herbert von Karajan und auch Curd Jürgens zu seinem näheren Umfeld. Der  Schauspieler hatte einst gesungen: Sechzig Jahre und kein bisschen Weise. Jürgens, ursprünglich mit Laudas erster Gattin Marlene befreundet, spielte einst Des Teufels General  Ernst Udet und Wernher  von Braun, den Vater der  modernen Raumfahrttechnologie -  allesamt wie Lauda grosse Figuren der Geschichte. Wir brauchen Macher und Risikoträger, sagt Barack Obama. Lauda ist ein solcher. Runde Geburtstage hat er nie gefürchtet, den fünfzigsten nicht und auch nicht den sechzigsten. Jung und weise ist sehr, sehr selten. Ist aber möglich.

 

 

 

Ménard / Vassal: The Rebel

 

           

Prüller: Der grösste Lauda            Lauda: Das Dritte Leben

 

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