KOMMENTAR / COMMENT

 

Schumis Schnapsidee

Seit 100 Jahren werden die Grand Prix mit Rennwagen, also Autos mit freistehenden Rädern ausgetragen. Im Gegensatz zu Sport- und Tourenwagenrennen gilt der Wettbewerb mit Rennwagen als die hohe Kunst des Motorsports, die nur von relativ wenigen Fahrern auf der Welt beherrscht wird.

In einem Beitrag für die Jahreschronik des deutschen Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL äusserte der vierfache Weltmeister Michael Schumacher im Dezember 2001 nun den Vorschlag, die Räder zu verkleiden, um die Sicherheit zu erhöhen. Schumacher hat für die Geschichte und die Traditionen seines Sports noch nie Verständnis gezeigt. Freihstehende Räder sind ein grundsätzliches, historisch gewachsenes Element des Rennwagens, und ein Qualitätsmerkmal noch dazu. Wer dieses aufgeben will, vergeht sich gegen die Traditionen und das Wesen seines Sports. Kein Musikexperte käme auf die Idee, eine Wagner-Oper von irgendeinem Popsternchen singen zu lassen. Schumachers Vorschlag ist eine Schnapsidee.

Wer die Geschichte nicht versteht, wird in der Gegenwart und erst recht in der Zukunft scheitern.

Wie man den Gefahren, die zweifellos von freihstehenden Rädern ausgehen, ausschliessen kann, hat der italienisch-deutsche Designer Vito Iannello vor einiger Zeit in seiner Diplomarbeit nachgewiesen. Er verfasste seine Arbeit bei Schumachers Arbeitgeber Ferrari. Michael Schumacher sollte sie lesen. Lesen bildet.

J H

22/12/2001

 

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Schuey´s Crackpot Idea

For about 100 years Grand Prix are driven with racing car, vehicles with open wheels. In contrast to sports and touring car racing, the competition with racing cars is considered as the fine art of motorsport, only practised by a relatively small group of drivers in the world.

In an article for the year´s review of the German newsmagazine DER SPIEGEL fourtimes worldchampion Michael Schumacher expressed the suggestion in December 2001, to cover the wheels. Open wheels are a historic and basic element of racing cars, and also a symbol for the quality of the sport. Who wants to give up that element, fights against the traditions and the nature of the sport. No music expert would come to the idea, to make a Wagner opera sung by a pop starlet. Schumacher´s suggestion is a crackpot idea.

Who does not understand history, is not able to cope with the present and will be defeated in the future.

How to solve the danger problems, no doubt coming from open wheels, Italian-German designer Vito Iannello proved in his dissertation for diploma some time ago. He wrote it at the facilities of Schumacher´s employer Ferrari. Michael Schumacher should read it. Reading educates.

J H

22/12/2001

 

 

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